Zeichen der Hoffnung - Sonne bricht durch die Wolken

Tanzen verbindet: Community Dance Projekt Schwarzer Bär

Mit der Aufführung am 9. November im Kulturzentrum Pavillon schloss das Community Dance Projekt Schwarzer Bär der Compagnie Fredeweß mit einem Höhepunkt ab. In sechs Wochen haben 83 Kinder, Jugendliche, Erwachsene aus 27 Ländern das Community Dance Projekt Schwarzer Bär einstudiert. Unter den Teilnehmern waren auch 50 Flüchtlinge zwischen 8 und 18 Jahren. Eine fantastische Initiative der Compagnie Fredeweß in Kooperation mit Freizeitheim Linden, kargah e.V, Studiengängen Darstellendes Spiel und Sport der Leibniz-Universität, Albert-Liebmann-Schule, Helene-Lange-Gymansium Linden, KGS Pattensen und Flüchtlingsheim Fuhsestraße. Hoffentlich gibt es bald eine Wiederholung.

Zur Compagnie Fredeweß

Symbolbild Recycling, Flaschenverschlüsse

Willkommenskultur ist der größte Feind des islamistischen Terrors

Willkommenskultur ist der größte Feind des islamistischen Terrors

Schrieb vor kurzem der Journalist Bernd Ulrich in seinem vielbeachteten Artikel zum Terror von Paris. Mit dieser Analyse ist er nicht allein, und ein Tweet zeigt, dass dies mehr als reines Wunschdenken ist:

In diesem Sinne, lassen wir uns nicht von unserer Willkommenskultur abbringen:

Keep Calm And Carry On
„Keep-calm-and-carry-on-scan“ von UK Government – Digital scan of original KEEP CALM AND CARRY ON poster owned by wartimeposters.co.uk. Steved1973 (talk) 10:40, 22 October 2011 (UTC). Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons
Trauernder Engel

Das ist der Terror, vor dem die Menschen fliehen #ParisAttacks

Solidarität mit Frankreich, beten für Paris, Peace-Symbol mit Eiffelturm
#prayforparis via UN Foundation

Zum zweiten Mal in diesem Jahr wird Frankreich vom islamistischen Terror erschüttert. Diesmal scheint es direkt der IS zu sein, der seinen brutalen Arm nach Europa ausstreckt. Warum?

Mit seinem blanken Terror im Herzen Europas will der Islamistische Staat den Konflikt provozieren, den er als Feindbild schon lange propagiert: Der Westen gegen den Islam. Wir sollen aufgehetzt werden gegen unsere muslimischen Nachbarn, gegen die Flüchtlinge. Wir sollen misstrauisch werden gegenüber denen, die zu uns kommen. Und wenn diese Front erstmal herbei terrorisiert wurde, werden Ausgrenzung und Aggression nicht lange auf sich warten lassen. So will der Islamistische Staat die Moslems in Europa unter seine Fahne zwingen.

Jeder Flüchtling schwächt den IS. Aber mit seinem Terror versucht er die Flüchtlinge aus seinem Herrschaftsbereich indirekt wieder unter seine Knute zu zwingen: Mit dem Terror soll Fremdenhass in Europa provoziert werden. Wenn es dem IS gelingt, dass wir Muslimen und Zuwanderern misstrauen, sie ausgrenzen, diskriminieren und irgendwann womöglich sogar verfolgen… dann hat der Islamistische Staat gewonnen. Dann hat er seine stärkste Waffe – das Feindbild „der Westen gegen den Islam“ – zur Wirklichkeit gebombt.

Die willigen Werkzeuge des Islamismus: AfD, Pegida, neue und alte Nazis

Der Plan des IS geht auf und der braune Rand unserer Gesellschaft ist breiter als befürchtet. Mit ihrer unterträglichen Hetze versuchen Rechtspopulisten unsere Gesellschaft zu spalten. Und es ist erschreckend, wer ihre willigen Helfer sind:

Solche Äußerungen sind nicht nur zutiefst unmenschlich und pietätslos. Mit solcher sublimen Hetze wird das Geschäft der Terroristen betrieben.

Willkommenskultur ist der größte Feind des islamistischen Terrors

Der Journalist Bernd Ulrich bingt das in seinem Artikel auf ZEIT online auf den Punkt: Mehr Überwachung, Sicherheitsbehörden und Geheimdienste haben uns im Kampf gegen den Terrorismus nicht weitergebracht. Was der Westen bisher unternommen hat, hat die Lage nur verschlimmert. Ein neues Denken und Handeln tut not, eines, dass die Geflüchteten, die Gutwilligen mitnimmt und sie so behandelt, wie wir behandelt werden wollen. Und unsere Willkommenskultur ist ein erster Schritt dahin.

Symbolbild Recycling, Flaschenverschlüsse

Flucht, Fußball und ein Stückchen Glück – die nordstory

Eine Fußballmannschaft, die nur aus Flüchtlingen besteht. Und gar nicht mal so schlecht. In seiner Reihe „nordstory“ berichtet der NDR von einem gelungen Projekt in Lehrte, wie Integration gelingen kann. Zu sehen sind aber auch die Herausforderungen und was die Flüchtlinge am meisten bedrückt.

Screenshot NDR nordstory Doku "die nordstory - Flucht, Fußball und ein Stückchen Glück"
Screenshot © NDR

Der Beitrag lief am 30.10.15 im Fernsehen. Wenn Sie ihn verpasst haben, in der Mediathek können Sie die Reportage noch einmal nachholen.

Kind macht Facepalm

Macht die HAZ jetzt Hatz auf Flüchtlinge?

Perlen des Lokaljournalismus

Leistet sich die HAZ tatsächlich in derselben Ausgabe gleich vier kapitale Schnitzer auf einmal? Darf man da noch von unglücklichen Verkettungen und Zufällen sprechen?

Titelseite HAZ vom 29.10.15
Schon auf der Titelseite am 29.10.2015 bedient die HAZ die Vorurteile „besorgter Bürger“ aufs Beste. „Jetzt wird es den ‚Krimigranten‘ endlich an den Kragen gehen.“

Schlagzeile im Lokalteil Hannover vom 29.10.15

Im Lokalteil Hannover wird der Anreisser vom Titel nochmal geringfügig variiert. Der flüchtige Betrachter, der „besorgte Bürger“ sieht sich sofort in seinen Vorurteilen bestätigt. Vor allem aber suggeriert die Überschrift, dass von Flüchtlingen eine besondere oder besonders hohe Kriminalität ausginge. Das ist nicht der Fall und wurde auch schon oft dokumentiert. Mit ein klein wenig Recherche hätte ein professioneller Journalist das herausfinden können. Aber aller schlechten Dinge sind drei und vier:

Wirtschaftsteil HAZ 29.10.15

Im Wirtschaftsteil holt die Redaktion noch mal zum Doppelschlag aus: Die Arbeitslosenzahlen werden steigen und die Flüchtlinge haben Schuld. Die Aussichten der Wirtschaft werden schlechter und die Flüchtlinge haben schon wieder Schuld. Das ist es, was diese Zeitung auf den ersten Blick vermittelt.

Dass der Inhalt dann in eine etwas andere Richtung geht, das bekommt der flüchtige Leser gar nicht mehr mit. Vor allem: Diese Überschriften erzeugen die Stimmung und Erwartungshaltung, mit der man einen Artikel aufnimmt. Und bei diesen Überschriften, und dieser Häufung, wird es keine offene und positive Haltung sein. Mit solchen Überschriften wird Angst erzeugt. Zufall?

Titelbild Generalanzeiger vom 16.09.15
Titelbild Generalanzeiger via mediapreneure.de

Damit reiht sich die HAZ in eine Riege journalistischter Fehlleistungen ein. Im September vergisst der Generalanzeiger sein Layout zu kontrollieren und platziert Gas neben Asyl. Weitere Flüchtlinge kämen in die Region und schon bald soll das Gas wieder strömen. Da muss man sich schon fragen, wer heutzutage die Zeitungen eigentlich macht und verantwortet. Ausgebildete Journalisten wohl eher nicht. So sieht es dann aus, wenn am falschen Ende gespart wird: An der Bildung und am Personal.

Titel des Tagesspiegel erklärt Flüchtlingskrise zur Chefsache zusammen mit Bild von Hitler
Titelbild Tagesspiegel via mediapreneure.de

Und Anfang diesen Monats leistet sich dann der Tagesspiegel einen kapitalen Schnitzer. Die „Flüchtlingskrise“ wird zur Chefsache erklärt und das Bild zeigt, wer hier der „Chef“ sein könnte. Dabei muss man schon den Ausdruck „Flüchtlingskrise“ kritisch hinterfragen, weil damit zugleich eine Schuldzuweisung vorgenommen wird. Tatsächlich aber entstehen die meisten Probleme in der Bewältigung des Andrangs durch Bürokratieversagen.

Immerhin waren die letzten beiden Pannen noch bis zu einem gewissen Maß unfreiwillig komisch. Die Blätter zogen Hohn und Spott auf sich. Das sollte den Redaktionen eine Lehre gewesen sein. Und der Tagesspiegel hat sich sofort zu seinem Fehler bekannt und entschuldigt.

Die HAZ will aber scheinbar den Beweis antreten, dass man auch mit mehr Text, weniger Bildern und höheren Preisen durchaus das Niveau von Bild und Focus erreichen kann.

Wie man journalistisch richtige Überschriften macht, kann man bei den Mediapreneuren nachlesen, von denen auch die Bilder der Pannen bei Generalanzeiger und Tagesspiegel stammen.

Update

Warum die HAZ nicht sensibler mit diesem Thema umgeht, bleibt ein Rätsel. Dabei fördert schon die einfachste Suche mit einer handelsüblichen Suchmaschine die Fakten zutage. Hier beginnt die Dokumentation zu falschen Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen.

Plakat "No" auf Demonstration

Demo gegen die Verschärfung des Asylgesetzes

Das „Bündnis für bedingungsloses Bleiberecht Hannover“ ruft zur Demonstration gegen die Verschärfung durch das „Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz“auf.

Freitag, 30.10.2015 um 17 Uhr, Steintor Hannover

In schneller Folge werden jetzt Gesetze durchgepeitscht, die nicht nur die Menschenwürde gefährden. Auch aus ganz praktischer Sicht sind viele Verschärfungen unsinnig und kontraproduktiv. So bringt die Umstellung auf Sachleistungen einen erheblichen Mehraufwand, vor allem in der Verwaltung, mit sich. Und im Moment ist es ja nicht gerade so, dass die Verwaltung zu viel freie Zeit hätte.

Die Ausweitung der Residenzpflicht und der Zwang, künftig bis zu sechs Monaten in der Erstaufnahmeeinrichtung bleiben zu müssen, behindern Integration und Arbeitsaufnahme erheblich.

Mehr Argumente gegen die Verschärfung und der Demoaufruf im Wortlaut gibt es beim Flüchtlingsrat Niedersachsen zu lesen.